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Lokaltherapie und Ganzzeittherapie

 

„Symptomatische Therapie und ganzheitliche Therapie“

 

Hier im Westen weiß eigentliche kaum jemand um die Komplexität der ostasiatischen Heilkunst, dass es wirklich eines jahrzehntelangen Studiums und der praktischen Anwendung bedarf, bis sich jemand Akupunkteur nennen kann. Um dies zumindest ansatzweise etwas anschaulicher zu machen, möchte ich Ihnen dazu ein paar Erläuterungen geben.

Die moderne westliche Medizin erzielte im letzten Jahrhundert sehr große Fortschritte. Dies ist allgegenwärtig in der Medienwelt zu hören, dennoch nehmen verschiedene Krankheiten in der heutigen Gesellschaft zu. Sogenannte moderne Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, Immunschwäche, Krebs, Nervenleiden, Erkrankungen des Verdauungstraktes und vor allem auch psychische Krankheiten.

 

„Faktoren durch die Krankheiten entstehen können“

 

Bevor ich Ihnen die unterschiedlichen Therapieansätze darstelle, möchte ich mit Ihnen gemeinsam die Ursachen der modernen Krankheiten aus meiner Sicht der östlichen Medizin anschauen.

Innere Ursachen

A. Körperliche Konstitution: genetische Disposition, angeborene Schwäche
B. Unzureichende Gesundheitspflege, ungesunde Lebensweise, körperliche Überanstrengung, maßloses Sexualleben
C. Sieben Gemütszustände: Freude, Zorn, Sorgen, zu viele Gedanken, Trauer, Schreckhaftigkeit, Angst
D. Fünf Begierden – gemeint ist hier Zwangsdenken: zwanghaftes Nichtstun, Sex, Kontrollzwang, Stolz, Gier nach materiellem Besitz
E. Süchte: Alkoholismus, Nikotin, Arbeitssucht, Spielsucht, Sex-, Liebes-, Ess-, etc…
F. Nahrung: Unterernährung, Übermäßiges Essen und Trinken, Einseitige Ernährung, besondere Geschmacksrichtung, Vergiftung z. Bsp. Salmonellen, Pilze, etc.

Äußere Ursachen

A. Viren und Bakterien
schnellere und größere Ansteckungsgefahr, z. Bsp. durch Grippeviren, SARS
B. Klima
Kälte, Hitze, Wärme, Feuchtigkeit, Trockenheit, Wind
Der Körper kann sich schlecht auf die mittlerweile vorhandenen schnellen Wechsel des Klimas einstellen und wird krank
C. Umweltbelastung
Schwermetall, Dioxin, andere Chemikalien, Luftverschmutzung, etc…
D. Unfälle
E. Extreme Wechselhaftigkeit macht uns krank. Gegen Disharmonien werden unzählige Therapiemöglichkeiten angeboten wie z.B. medikamentöse Behandlungen, Auftragen von Salben, Massage und Bewegungsbehandlungen, Injektionstherapien, Operationen, Atemtherapie und die Psychotherapie, und, und…

 

„Moderne Heilmethoden, die Wesentliches außer Acht lassen“

 
 

„The doctor of the future will give no medicine, but will interest his patients in the care of the human frame in diet, and in the cause and prevention of disease.”
– Thomas A. Edison –

Übersetzt:
„Zukünftig werden Ärzte nicht nur Medizin verordnen, sondern sie werden ihre Patienten dazu anhalten und ihnen raten, sich um ihre naturgegebenen Bedingungen zu kümmern, was die Ernährung und die Ursache und Verhütung von Krankheiten betrifft.“
– Thomas A. Edison –

Dies bedeutet also mehr Prävention und die Beachtung von Naturgesetzen. Wenn wir die medizinische Therapie genau betrachten, wird oft Hilfe von Geräten erwartet. Das hat zur Folge, dass statt an den Ursachen zu arbeiten an einzelnen Symptomen herumgedoktert oder herumkuriert wird.
In Asien gibt es ein Sprichwort: Wenn man ein Gebiet (Krankheitsherd) zu sehr von der Nähe betrachtet, kann man den Überblick des Ganzen verlieren. Wenn man nur auf das Ganze schaut, kann man die Feinheit aus den Augen verlieren. Es existieren also immer Vor- und Nachteile in den Behandlungsweisen beider Welten, in der östliche sowie in der westlichen Medizin. Vor allem Therapeuten, die direkt am Körper arbeiten, haben die Pflicht, beiden Teilen die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken. Dieser Meinung wird sowohl der Mediziner als auch der Patient sein.

 

„Die Wahrnehmung des Krankheitsbildes durch den Patienten im Vergleich zur Einschätzung der Krankheit durch Mediziner“

 

Als Therapeut fühle ich mich manchmal sehr in der Zwickmühle, zwischen dem Anspruch des Patienten auf rasche Linderung und meinem Wissen davon, dass es viel nachhaltiger wirkt, den Körper in der Selbstheilung zu unterstützen, aber eben länger braucht. Um dies anschaulich zu machen, möchte ich Ihnen ein Beispiel geben: Kocht das Wasser über, so ist das überkochende Wasser ein Symptom, die Ursache ist aber das lodernden Feuer auf dem Herd. Der Patient ist ungeduldig, weil das Wasser überkocht, er verlangt von dem Therapeuten, ganz schnell kaltes Wasser einzugießen. Durch Zuführen kalten Wassers, könnte man vermutlich das Kochen unterbinden. Aber durch Zugabe des kalten Wasser läuft das Wasser über. Dieses Verhalten könnte vermutlich noch mehr Komplikationen nach sich ziehen. Solange das Feuer weiter lodert, wird das Wasser weiterhin kochen und irgendwann erneut überkochen. Dennoch sollte man dem Topf etwas Wasser zugeben oder das Feuer löschen und das Wasser dadurch abkühlen lassen. Wie sie nun sicherlich verstehen, ist es nicht ratsam, durch Zugabe des kalten Wassers die Hitze zu beseitigen ohne das Feuer zu löschen. Der Schmerz ist nur Signal, darunter könnte noch eine ganz andere Erkrankung liegen. Das Auftreten der Symptome sollte man beobachten und dadurch den Hergang der Erkrankung und die Ursache klarer feststellen. Um eine wirkliche Heilung einzuleiten, ist es wichtig, die Verbindung der gesamten inneren Organsysteme zu kennen (5 Elementen-Lehre). Denn wenn man nur die Symptome behandelt und die Schmerzen beseitigt, glaubt der Patient, die Gesundheit sei wiederhergestellt. Deswegen sieht er von einer weiteren Therapie ab. Dadurch wird eines Tages, ziemlich sicher die Krankheit wieder aufflammen, weil die Ursache nicht beseitig war.

 

„Der Kampf in der Medizin wird noch andauern“

 

Noch ein Beispiel: Eine Ratte rennt ins Zimmer. Wenn die Ratte ins Zimmer kommt, nimmt sie an, die Nahrung, die sie benötigt, hier zu finden und/oder günstige Bedingungen für viele Nachkommen vorzufinden. Der Raum hat die Ursache geliefert und steht in diesem Beispiel für unseren Körper. Die Ratte sehen wir als die Erkrankung. In der Lokaltherapie bedeutet das, die Ratte muss weg! Aber wie fange ich die Ratte? Wenn sich zu viele Ratten im Körper befinden, wird die kranke Stelle operativ entfernt oder mit Einsatz der modernen Medizin die Ratte gefangen: So sieht es die westliche Schulmedizin! Darum wird im Forschungsinstitut die gefangene Ratte genau unter die Lupe genommen, beobachtet und auch seziert, um eine effektive Medizin gegen sie zu finden. Gesetzt den Fall, wir hätten alle Ratten getötet, werden aber doch wieder andere Ratten hereinkommen oder sogar resistente Ratten unseren Körper befallen. So wiederholt sich die Forschung in einer Art Sisyphusarbeit und die Leiden der Patienten werden trotz einiger schillernder medizinischer Erfolge nicht weniger. Wenn dann neue Medikamente auf dem Markt sind, folgen neue Erkrankungen oder es werden sogar zu den Medikamenten passende Erkrankungen „entwickelt“ (So wurde aus der relativen natürlichen Herbstmelancholie das saisonal depressive Syndrom…). Das bedeutet der Kampf gegen Krankheiten wird unendlich sein. Im glücklichsten Fall hat man das richtige Medikament für manche Erkrankung entdeckt und manchmal oder häufig konnte vielen Patienten aber doch nicht geholfen werden, da die passende Arznei nicht oder noch nicht zur Verfügung stand. Und so steht die heutige Medizin solchen Situationen immer wieder machtlos gegenüber. Bis Patienten mit einem neuen Medikament behandelt werden können, vergehen im Durchschnitt sechs bis zehn Jahre.

 

„Asiatische Medizin ist Naturheilkunde“

 

Wenn wir westliche Therapie als im Wesentlichen am Symptom orientierte Heiltherapie benennen, so kann man die östliche Medizin als komplementäre Naturheilkunde bezeichnen. Asiatische Medizin bekämpft nicht, sondern stärkt das Abwehrsystem. Wenn Krankheitserreger bereits eingedrungen sind, werden die Verbreitungsfaktoren unterbunden. Östliche und westliche Medizin haben das gemeinsame Ziel, die Abwehr gegen jede Art von Krankheit zu stärken. Egal wie stabil das Haus (der Körper) auch gebaut ist, wie hermetisch die Löcher auch zustopft sind, durch Eingangstüren und Fenster (Körperöffnungen) kommen mit der Luft die Ratten dennoch hinein. Wenn die Ratten dann Einzug gehalten haben, was machen wird dann? Östliche Medizin möchte nach Möglichkeit keinen Kampf austragen. Sie will, das die Ratten von sich aus den Körper verlassen. Falls die Erkrankung schon Einzug gehalten hat, sollte man es der Ratte sehr ungemütlich machen, d.h. der Krankheit die Grundlage entziehen. In diesem Körper hätte die Krankheit keine Chance weiter zu bestehen und sich auszubreiten.

 

 Viele Erkrankungsursachen liegen in unserer Disposition, der Kälte, Hitze, Trockenheit, Feuchtigkeit unseres Körpers“

 

Grundsätzlich unterscheiden ostasiatische Therapeuten nach vier unterschiedlichen Erkrankungsdispositionen: Durch einen zu „kühlen“ Körper, durch „übermäßige Hitze“ im Körper, auch wenn der Körper zu „trocken“ ist, wird der Mensch krank. Zuviel „Feuchtigkeit“ im Körper macht dies ebenso. Charakterlich betrachtet, gibt es Menschen, die sich um jede Kleinigkeit sorgen, ungeduldig und von innerer Unruhe geplagt, schreckhaft sind und sich durch zu viel Angst bedrängt fühlen. Sie neigen zu einem zu „kühlen“ Körper. Diese Unterkühlung schwächt und ruft Erkrankungen hervor.

Andere Menschen sind übermütig, selbstherrlich, egoistisch und gehen bei jeder Gelegenheit hoch. Dies erzeugt zu viel „Hitze“ im Körper, wodurch wieder Erkrankungen hervorgerufen werden.
Wiederum gibt es noch einen Typ von Menschen, der sich immer verfolgt und gehetzt fühlt, sich keine Minute Ruhe gönnt und niemals im Hintergrund bleibt, alles weiß, begleitet von Arroganz. Dieser Charakter macht den Menschen „trocken“. Was wiederum seine Krankheitsgrundlage ausmacht.

Schließlich gibt es noch den Typ Mensch, der immer ohne jegliche Sorgen ist, das Essen und Trinken genießt und sich bei jeder sich bietenden Möglichkeit ausruht. Mit allem ist er einverstanden ohne sich eine eigene Meinung zu bilden. Grundsätzlich ist er jeder Bewegung und Veränderung abgeneigt. Diese Körper werden mit der Zeit zu „feucht“, was wiederum krank macht.

Wenn ich nun all diese Ursachen für meine Krankheitsdisposition kenne, was kann ich selbst tun, um die Ursache zu beseitigen? Die Antwort hierzu, sollten Sie jetzt bereits wissen.

 

„Unterschied von Symptombehandlung und Ursachenheilung“

 

Nehmen wir einige Beispiele:

a.) Durch einen Verkehrsunfall habe ich eine oder mehrere Verletzungen erlitten. Selbstverständlich werde ich mich in eine Ambulanz begeben oder bringen lassen. Hier werde ich genau untersucht und entsprechend behandelt. Eine erste vorrangige Therapie.
Aber was geschieht mit weiteren Unfallfolgen, Blockaden im Bewegungsapparat oder Angstblockaden in meinem Gedankensystem?
b.) Unter chronischer Verstopfung längere Zeit leidend, werde ich natürlich erst einmal ein Abführmittel einnehmen, um den Darm zu entleeren, aber was ist zu tun, um dem Rückfall vorzubeugen?
Je nach Konstitution sind hier zu nennen: Andere Ernährung, wie z. Bsp. faserreichere Kost, viel Wasser trinken, mehr körperliche Bewegung.
c.) Einschlafen der Finger und Fußzehen
Salben aufzutragen und Massagen können ein Therapieweg sein, aber ist dies ein vollständiger Weg? Stimmt die Trinkmenge, bewege ich mich genug, was kann ich noch tun, um dem vorzubeugen?
d.) Verbreitung von Ekzemen auf dem ganzen Körper
Ekzeme verbreiten sich auf unterschiedlichen Gebieten, z.B sind sie zuerst am Oberschenkel zu beobachten. Nach dem Auftragen einer Salbe, glaubt man, sie wäre abgeheilt, aber am nächsten Tag oder nach einer kurzen Zeit erscheinen sie wieder an einer anderen Stelle, z.B. am Ellenbogen oder auf der Kopfhaut. Solange man die Ursache nicht kennt, kämpft man nur mit den Symptomen. Je nach Konstitutionstyp ist hier wichtig, auf Essen und Trinken stärker zu achten, bestimmte Lebensmittel und auch Zusätze zu vermeiden.

Es gibt Erkrankungen, die man lokal behandeln kann und es gibt Erkrankungen, deren Ursache wir beheben müssen, um den Patienten zu helfen. Das bedeutet Ursache und Symptome zu behandeln. Um diese zu unterscheiden, bedarf es einer guten Beobachtung. So kann zum Beispiel bei Bewegungseinschränkungen, bei Muskelverletzungen oder Ausrenken eines Gelenkes, besonders wenn dies häufig der Fall sein sollte, die Ursache ganz woanders liegen.

 

„Um ein guter Mediziner zu werden muss man sich, meiner Meinung nach, auch in eine andere Dimension begeben“

 

Der in Indien geborene Siddharta (560-480 vor Chr.) sagte und lehrte „Erkenne dich selbst“. Der griechische Philosoph Sokrates (469-399 vor Chr.) hat das Gleiche gelehrt.

Menschen die Heilberufe ausüben, haben sich meist ein großes Fachwissen angeeignet. Vielleicht haben Ärzte, Heilpraktiker und andere in Heilberufen tätige nach zahlreichen Berufsjahren festgestellt, dass dieses Wissen begrenzt ist und irgendetwas noch vermissen lässt. Es fehlt noch etwas: Die vierte Dimension.

Gängig ist es, im Rahmen der drei bekannten Dimensionen zu behandeln, nämlich:
1.Materie
2.Raum
3.Zeit

Ohne die 4. Dimension, die das Geistig, Seelische beinhaltet, also über alle Begrenzungen hinausgeht, ist meine Arbeit undenkbar.

Abgesehen von seinen Schlafstunden, sollte der Mediziner lernen, seinen Geist mit vollkommener klarer Ausrichtung und aller ihm zur Verfügung stehenden Energien der Heilung der Kranken zu widmen. Gleichzeit ist es Bedingung, die Natur genau zu studieren, denn die Heilung erfolgt nach den Gesetzen der Natur.

Ich stelle immer wieder fest, dass meine Lebenszeit für das alles nicht ausreicht.

Und da es nicht alles erfasst werden kann, bedeutet dies, dass es in der Heilkunst niemals eine wirkliche Vollendung geben kann. Unendlich viele Fragen und Antworten sind da, die ich als Heilender wissen muss, erforschen sollte und möchte. Nun besitzt der Mensch eben nur begrenzte Lebensjahre. Und so reicht die Zeit einfach nicht aus, die Kunst des Heilens vollkommen zu erfassen.

In der asiatischen Heilkunde gibt es ein Sprichwort:

„Nur wer das I-Ging gelernt und durchdrungen hat, darf in der Heilkunst tätig sein.“

Hippocrates (460 – 375 vor Chr.), der Vater der europäischen Heilkunst hat daran anlehnend folgendes in sein Tagebuch geschrieben:
„Wer der Astrologie nicht kundig ist, sollte nicht als Arzt tätig sein“

Wenn wir das voraussetzen, wie steht es dann um die meisten der heutigen westlichen Mediziner?!
Sie interessieren sich nicht dafür, sie belächeln es höchstens, weil für sie gilt: Was ich nicht kenne, sprich nicht beweisen kann, kann nicht sein!
Wenn die Patienten wegen ihrer Schmerzen um Hilfe bitten, verordnen westliche Mediziner meist Schmerzmittel oder empfehlen Salben für die schmerzenden Regionen oder verordnen Krankengymnastik, manches operieren sie auch einfach heraus. Das war dann alles, was man für den Patienten tun konnte, gezielt diese Erkrankung oder Symptome zu behandeln, statt den Patienten als einen ganzen Menschen zu sehen. Zum Nachteil der Patienten, ging diese Sichtweise verloren.

Jedes Jahr, jeder Tag und jede Stunde unterliegt unterschiedlichem Ki, es reagieren und arbeiten unsere 5 Elemente und 5 Organsysteme unterschiedlich, je nach Stärke des Ki´s, wird der Platz der einzusetzenden Nadel, bestimmt. Und dies ist ein wesentliches Wissen der asiatischen Heilkunst.

Deshalb arbeiten asiatische Ärzte ohne anatomische Tafeln des Menschen, sondern mit Hilfe von Um-Yang, der 5 Elementen-Lehre, und dem Manseryuk-Kalender.

Dieser Kalender beinhaltet 200 Jahre lang, den Mondkalender, den Sonnenkalender, Um-Yang, die 5 Elementen und auch die vier Jahreszeiten. Jeder Tag und jede Stunde werden aus diesen Daten detailliert bestimmt.

Um Patienten wirklich gut kennen zu lernen und ihnen auch gut helfen zu können, bemühe ich mich unentwegt, meine bisherigen Dimensionen in neue Weltdimensionen auszudehnen : beobachten, forschen und lernen.

Dieses unermüdliche Bemühen ist für einen Mediziner notwendig, um seinen Patienten letztendlich helfen zu können. Hierfür beziehe ich auch die Meditation mit ein, in der ich meine geistigen Kräfte stärke, vertiefe und erweitere.

 

„Qualitative Einstufungen von Akupunkteuren“

 

Heutzutage gibt es zahlreiche Akupunkturpraxen. Sogar Schulmediziner haben angefangen diese Methode anzubieten. Wer heutzutage die Nadel in die Hand nimmt und einsticht nennt sich schon Akupunkteur. Aber die Methoden unterscheiden sich tausendfach.

In einem koreanischen Sprichwort heißt es: Wer noch nicht mal den Puls richtig fühlen kann, sollte die Nadel niemals aus der Packung ziehen. Heißt, bevor ich nicht sicher bin, über Puls eine Diagnose erstellen zu können, sollte ich niemals nach der Nadel greifen. Aber in der heutigen Zeit ist das Gang und Gäbe und leider allzu häufig der Fall. So zu handeln ist nach meiner Ansicht ohne jede Achtsamkeit gegenüber dem natürlichen und so komplizierten System Mensch.

Betrachten wir diese Methoden (1 – 4) genauer:
1.Der Laie: Sticht überall da, wo der Patient Schmerzen beklagt.
2.Ohne die Pulsdiagnostik zu kennen, werden zwanzig bis dreißig Nadeln an Meridianpunkte gesetzt. Sehr gefährlich, da wichtige Punkte öfters genadelt werden können, diese Methode kann sogar das Leben der Patienten gefährden.
3.Nur nach Symptomen behandelnde Akupunkteure, ohne die Zusammenhänge der asiatischen Organlehre zu kennen (5 Elemente).
4.Der Therapeut betrachtet die körperliche Konstitution, begibt sich über die Berücksichtigung der Symptome auf die Ursachenforschung. Er wird bemüht sein, das Gleichgewicht der inneren Organsysteme wiederherzustellen und auch seelische und geistige Faktoren zu berücksichtigen. Durch diese Art der Behandlung wird der gesamte Organismus in Ausgleich gebracht. Diese Arbeit könnten wir der höchsten Stufe zuordnen.

Wenn wir diese Methoden noch genauer differenzieren:
1. Diese Methode wird in Asien als Hausmittel verwendet. Also es braucht kein medizinisches Fachwissen, es gehört zum Allgemeinwissen und wird zur Schmerzlinderung verwendet. Hier werden Schmerzpunkte gesucht, genannt Ah-Schi Punkte (das hat nichts mit den Meridianen zu tun).
Zuerst wird die erkrankte Stelle, danach die lokale Schmerzstelle gesucht, um anschließend die Nadel zu setzten. An fast jeder beliebigen Körperoberfläche wird über Druckausübung die Schmerzstellen ausfindig gemacht und dort die Nadel eventuell auch dauerhaft angebracht.
2. Aus dem oben gesagten ergibt sich für mich die Verpflichtung, immer weiter zu lernen und in Demut zu wissen, dass ich niemals ausgelernt haben werde.
3. Hier wird in die Gegenstelle des Schmerzpunktes oder in die am weitesten entfernte Stelle des Schmerzpunktes die Nadel gesetzt, um ein gestörtes Gleichgewicht wieder in Balance zu bringen und um Schmerzen zu therapieren. Ich möchte in Erinnerung rufen, dass die bis hierhin beschriebene Methode, nur die erkrankte Stelle oder nur die Symptome der Gegenstand der Betrachtung sind. Das ist die sogenannte Schmerztherapie, keine Suche nach den Ursachen.
4. Erkrankungsursachen suchen wir in den geschwächten oder überschüssigen Energien eines oder mehrerer Organsysteme. Es wird nicht nach Schmerzen therapiert, sondern der Patient wird beobachtet und genau angeschaut. Wenn andere Organe schon in Mitleidenschaft gezogen sein sollten, werden diese nach leichteren oder schwereren Erkrankungsbildern unterschieden. Die körperliche Konstitution wird herausgefunden und in die Behandlung mit einbezogen. Aufgrund seiner Konstitution dürfen bestimmte Meridiane nicht akupunktiert werden. So ist beispielsweise am Vormittag Yang stärker, am Nachmittag Um (Yin) stärker.
Diese einzigartige Akupunkturmethode stammt von dem koreanischen Abt SA-AM.
Die Akupunkturnadeln werden eingesetzt unter der Berücksichtigung der Meridianverläufe und der 5 Elementen-Lehre, hier nur vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen und von den Kniekehlen bis zu den Fußsohlen: Das Ki kann wieder fließen. Das heißt, sehr geschwächte Organe werden kompensierend gestärkt (tonisiert) und dagegen zu starke überschießende Energien der Organe werden gebremst (sediert), wodurch in dem gesamten Organismus ein Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Gegenüber den bisherigen Theorien schlägt diese Akupunkturmethode einen völlig neuen Weg ein. Auf das Tonisieren und das Sedieren werde ich zu einem späteren Zeitpunkt vertiefend eingehen, das würde jetzt hier zu weit führen.

Die Schulmedizin mit ihren heutigen modernen operativen Techniken hat im letzten Jahrhundert eine glänzende Karriere gemacht und mit diesen modernen technischen Hilfsmitteln konnte auch vielen Patienten geholfen werden. Operationen haben vielen Menschen das Leben gerettet und auch ihre körperliche Gesundheit wiederhergestellt. Aber diese Gerätemedizin hat ihre Grenzen, warum zum Beispiel hat der Sportler nach seiner vierten Knieoperation immer noch Schmerzen? Die Therapie wird meist nur von den Symptomen bestimmt. Zur Erkennung und Behebung der wirklichen Ursache im Sinne meiner Medizin kommt es meistens nicht. Denn die Ursache wird außer Acht gelassen, sobald keine Schmerzen mehr vorhanden sind. Patient und auch manch ein Schulmediziner sind der Meinung, dass auch keine weitere Behandlung mehr nötig wäre. Aber wahre Heilung des Menschen kann nur geschehen, wenn wir den Fluss des Ki aller Organe gut beobachten und kennen und das harmonische Zusammenspiel des Körpers im Auge behalten. Dann heilen wir ganzheitlich und bereits präventiv, bevor die Krankheit ausbricht. So ist Vorsorge und Behandlung gleichzeitig machbar. Durch diese fernöstliche Behandlungsmethode erkennt der gute Therapeut auch nach einer Behandlung, anhand der Reaktion (Puls) des Patienten, ob eine positive Veränderung eingetreten ist und ob diese Behandlung die Zirkulation des Organismus harmonisiert hat. Diese Behandlungsmethode erkennt also den vorauseilenden Schatten einer Erkrankung und kann so prophylaktisch und therapeutisch sein.

 

10. Jedem Unheil (Erkrankung) eilt ein Schatten voraus

 
 
Ganz gleich, um welche Erkrankung es sich handelt, davor wird sich der der Schatten davon zeigen. Die bedeutet, das Ki gibt uns Energie und Alarm. Bevor der Regen fällt, kommen die Wolken. Platzregen ohne Ankündigung ist einem Unheil gleichzusetzen, wie ein plötzlicher Unfall. Als Nichtkundige, ohne unsere körperliche Disposition zu kennen, ist es praktisch unmöglich, dem Körper vollkommene angepasste Ernährung und Pflege zukommen zu lassen. Um weise und klug den Körper besser pflegen zu können, sollte jeder den Fachmann aufsuchen, sich regelmäßig bei ihm beraten lassen und stets im Alltag den eigenen Körper gut beobachten, um auf eventuelle Vorankündigung von Krankheit schnell und klug zu reagieren. Besonderes, wenn jemand keine Schmerzen hat, wähnt er sich in Gesundheit und leistet sich Maßlosigkeit im Alltag, was später größere Probleme nach sich ziehen kann. Gesundheit sollte man pflegen solange man gesund ist. Das Auto bringe ich auch zur Inspektion, um eine Panne zu vermeiden und mich darauf verlassen zu können.

Man kann eine Krankheit sogar „züchten“, wenn man Schmerzmittel zu sich nimmt Es ist häufiger der Fall, als wir denken. Es gibt sogar einige Menschen, die voller Stolz sagen, ich bin noch nie krank gewesen. Es ist zwar der eigene Körper, dennoch manche Warnung vernimmt man nicht gleich, da die Erkrankung noch nicht offenkundig ist, sondern sogar häufiger aufgrund von Störungen des autonomen Nervensystems eine nahende Krankheit nicht wahrgenommen werden kann.
Wenn man nicht auf sich selbst achtet, kann man die Anzeichen (Schatten) nicht wahrnehmen. Wenn man weise und umsichtig mit sich, seinem Körper, Geist und Seele umgehen will, ist die Kontaktaufnahme mit der inneren Stimme notwendig. Also sollte ich immer mit meinem Körper kommunizieren. Leichter Schwindel, kurze Brustschmerzen, Missempfindungen der Glieder an Händen oder Füßen werden oft auf die leichte Schulter genommen, aber selbst diese Anzeichen können unter Umständen schwerwiegende Warnungen darstellen. Um mein Lebensalter zu erreichen, welches der Himmel für mich vorgesehen hat, sollte ich sehr achtsam mit meinem Körper umgehen, bzw. ihn pflegen.

Wir Asiaten haben eine Sprichwort, was übersetzt lautet:

Verlust des Vermögens ist ein kleiner Verlust. Verlust des Ansehens, bedeutet halber Verlust. Bei Verlust der Gesundheit, verlieren wir alles.

Ich wünsche Ihnen ein langes, gesundes Leben.